Kurzandacht

 !!!!  Frauenabend am 25.09.2020 ist abgesagt !!!!         !!!! Gottesdienst am Sonntag 27.09.20 um 14:15 Uhr !!!!

 

Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat, indem er ihnen ihre Verfehlungen nicht anrechnete und unter uns das Wort von der Versöhnung aufgerichtet hat.
(2. Korinther 5,19)
Liebe Freunde und Besucher der Ev. Gemeinschaft Kredenbach,
kurz und knapp das Evangelium auf den Punkt gebracht. Das war der erste Gedanke, der mir zum Monatsvers September durch den Kopf schoss. Gott wurde Mensch. Er hat die Trennung zwischen sich und uns Menschen durch Jesu Tod am Kreuz ein für alle Mal überwunden. Nur so können wir Gemeinschaft mit ihm haben. Wie oft haben wir das schon in Predigten gehört, in Jungschar- und Sonntagschulstunden gelernt, auf Freizeiten in Bibelarbeiten durchgearbeitet. Doch: Trifft mich das überhaupt noch? Bin ich schon längst abgestumpft gegenüber dieser Botschaft, die so wahnsinnig groß, voller Hoffnung ist? Bei näherer Betrachtung des Verses durfte ich noch einmal erfahren, wie großartig Gottes Wort ist und wie es immer wieder neu zu uns spricht. Diese Gedanken möchte ich euch gerne weitergeben.

Ja, GOTT WAR ES….

Drei Worte: „Gott war es“, die so viel ausdrücken. Es war Gottes Entschluss in Jesus Christus auf diese Erde zu kommen: 
„der [Jesus Christus], als er in der Gestalt Gottes war, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein; sondern er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen; und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz.“ Phil 2,6-8
Er hat in seiner großen Souveränität all das auf sich genommen, niemand hat ihn dazu verpflichtet. Er tat es, weil er mich kleinen Menschen eben nicht verloren gehen lassen wollte, sondern die Kluft der Schuld, die zwischen ihm und mir steht, schließen wollte. ER war es, der die Kluft schloss, weil ich es nicht kann. ER tat es aus freien Stücken, aus Liebe zu mir und dir. ER kam uns nah und nicht wir ihm. 
Diese drei Worte zeigen so deutlich, dass die Hoffnung, die wir in Jesus haben, unsere Errettung, nicht auf unseren eigenen Leistungen, auf unseren eigenen Schritten hin zu Gott beruht. Es war Gottes souveränes Handeln, das unsere Errettung möglich machte. Welch ein großes Geschenk! Es lässt mich demütig Gott danken, dass er auf uns zukommt und uns die Hand ausstreckt.

… der IN CHRISTUS …

Man könnte vielleicht meinen, der Vers braucht dieses „in Christus“ doch gar nicht. Auch ohne macht er ja eigentlich Sinn: „Ja, Gott war es, der die Welt mit sich versöhnt hat.“ Dabei ist genau dieses „in Christus“ so entscheidend. Jesus Christus ist der Schlüssel unseres Glaubens. Das sagt ja schon der Name aus, wie wir uns nennen: „Christen“. An Christus entscheidet sich unser Glauben. Ist es ein oberflächlicher Glaube an den „lieben Gott“, der seine Schutzengel sendet, wenn es brenzlig wird? Bei dem es so schön heimelig ist, in der Kirche an Weihnachten und der mir ab und zu ein gutes Gefühl gibt? Oder ist es ein Glaube, der eine Beziehung zu Jesus Christus, dem Sohn Gottes, sucht? Ich wünsche euch und mir, dass wir diesen lebendigen Glauben an Jesus haben und zu ihm hin wachsen dürfen. Er ist der Grund unserer Hoffnung, weil er den Tod überwunden und all das Leid und die Herausforderungen in dieser Welt leibhaftig erfahren hat. Und der Glaube an ihn ist es, was uns am Ende unseres Lebens, wenn wir vor Gott stehen, vor ihm bestehen lassen kann 
„Ich rede aber von der Gerechtigkeit vor Gott, die da kommt durch den Glauben an Jesus Christus zu allen, die glauben.“ Röm 3,22

… DIE WELT …

Ich bin in einem christlichen Elternhaus groß geworden und habe von klein auf die christlichen Stationen von Sonntagschule, Jungschar, Mädchenkreis und Co. mitgemacht (mitmachen dürfen). Oft hört man da von der Gemeinde auf der einen und „der Welt“ auf der anderen Seite, als Synonym für alles, was wider Gott ist. Hier spricht Paulus davon, dass Gott die Welt in Christus mit ihm versöhnt hat. Also ist „die Welt“ ja dann doch nicht so schlecht, wie wir immer hören? 
Mir persönlich wird gerade im Berufsalltag oft der Vers bewusst, dass wir nicht von, aber in der Welt sind (vgl. Joh 17, 11ff). Wir gehören zu Gott und dürfen als seine Kinder durch diese Welt und unser Leben gehen. Dadurch ist unsere Perspektive sicherlich und hoffentlich oft eine andere, als die unserer nicht-christlichen Kollegen (Mitschüler, Kommilitonen, …). Und doch sind wir täglich mit Ihnen in Kontakt und erleben, wie sie Dinge tun oder Lebensweisen haben, die Gott nicht gefallen. Aber genau diesen Menschen, „der Welt“ gilt die befreiende Botschaft, die in diesem Vers beschrieben ist. Auch für sie hat Jesus sein Leben hingegeben und ihnen die Hand ausgestreckt. Der nachfolgende Vers enthält genau die Aufforderung, die daraus für uns folgt: 
„So sind wir nun Botschafter für Christus, und zwar so, dass Gott selbst durch uns ermahnt; so bitten wir nun stellvertretend für Christus: Lasst euch versöhnen mit Gott!“ 2. Kor 5,19 
Lasst uns diese Botschafter sein für unsere Nachbarn, Kollegen usw. Auch wenn es uns und auch mir persönlich ganz oft so geht, dass wir Hemmungen haben, von Jesus zu erzählen. Wir dürfen Gott bitten, dass er uns Situationen schenkt, in denen wir ihn bezeugen dürfen und dass wir unabhängig von unseren Worten durch unser Tun und Lassen Menschen auf ihn hinweisen.

… MIT SICH VERSÖHNT HAT.

Zuletzt beschreibt der Vers etwas Wunderbares: Gott hat uns MIT SICH (selbst) versöhnt durch Jesus Christus. Er hat eine direkte Beziehung mit uns aufgebaut. Nichts steht zwischen mir und Gott. Die Versöhnung, die Verbindung mit Gott ist unmittelbar. Wie schön, dass wir so einen persönlichen Gott haben dürfen, der sich für uns interessiert, unsere Ängste, Nöte und Sorgen kennt. Der auch unsere Zukunft schon weiß. Ich bin sehr dankbar, dass ich mit diesem Gott durch Gebet und durch sein Wort ins Gespräch und in Kontakt kommen darf. Der Vers hat mich ermutigt, dies noch viel häufiger zu tun, als es vielleicht im Alltag manchmal vorkommt. Ich hoffe, dass es euch ebenfalls so geht und dass euch Gott durch sein Wort und durch das Gebet in dieser Zeit Freude, Hoffnung, Trost – was auch immer ihr gerade braucht – geben kann.

Bis bald, seid gesegnet.
Sarah Dickel