Impuls für den Monat Oktober

Lasst uns aufeinander achthaben und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken.

Hebräer 10,24

Den Vers für Oktober im Zusammenhang: Hebräer 10,19-25:

Weil wir denn nun, Brüder und Schwestern, durch das Blut Jesu den Freimut haben zum Eingang in das Heiligtum, den er uns eröffnet hat als neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang, das ist: durch sein Fleisch, und haben einen Hohenpriester über das Haus Gottes, so lasst uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen in der Fülle des Glaubens, besprengt in unsern Herzen und los von dem bösen Gewissen und gewaschen am Leib mit reinem Wasser. Lasst uns festhalten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken; denn er ist treu, der sie verheißen hat; und lasst uns aufeinander achthaben und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken und nicht verlassen unsre Versammlung, wie einige zu tun pflegen, sondern einander ermahnen, und das umso mehr, als ihr seht, dass sich der Tag naht.

Hebräer 10,19-25

Welch eine Aufforderung.

Diese „Hebräer“, an die der Schreiber seinen Brief richtet, gehören zu einer Christengemeinde. Diese Christen ermuntert er: „Lasst uns aufeinander achthaben.“ Der Briefschreiber geht noch weiter. Er möchte, dass wir uns gegenseitig motivieren liebevoll miteinander umzugehen und Gutes zu tun. In den Versammlungen soll ein liebevoller Umgang und Barmherzigkeit eingeübt werden. Und diese christliche Gemeinde oder Gemeinschaft ist dazu noch etwas ganz Besonderes. Jesus selbst hat versprochen, dort mitten unter seinen Leuten zu sein.

In Matthäus 18,20 sagt Jesus selbst:

Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.

Matthäus 18,20

Dem Briefschreiber ist außerdem wichtig, dass wir die Versammlungen nicht verlassen. In unseren „Zusammenkünften“ oder Versammlungen erleben wir ganz besonders enge Gemeinschaft mit Jesus und unserem himmlischen Vater. Deshalb ist es dem Briefschreiber so wichtig, darauf hinzuweisen, diese Versammlungen nicht zu verlassen.

Wir Christen haben das große Vorrecht in einer Gemeinschaft mit Gott leben zu dürfen. Als seine Kinder fordert uns der Hebräerbrief auf, den Weg mit Gott zu gehen. Gott hat uns in Jesus Christus seine Treue bewiesen. Er hat bewiesen, dass er zu seinen Verheißungen steht. Nun liegt es an uns, ihm in Treue zu folgen. Das geht nicht, indem wir uns zurückziehen in unser privates Schneckenhaus.

Wir brauchen einander. Wir brauchen die gegenseitige Stärkung im Glauben. Wir brauchen die Gottesdienste und kraftvolle Predigten. Wir wollen Jesu Tod und Auferstehung bezeugen in der „Welt“. Es gibt eine Hoffnung für jeden Menschen. Wie haben wir doch die Gemeinschaft in den vergangenen Monaten vermisst, das gemeinsame Singen, Beten und die persönlichen Gespräche.

Das Leben in einer Gemeinde ist wie in einer Familie, da gibt es auch Schattenseiten. Vor ein paar Tagen fiel mir folgender Satz ins Auge. In meiner Bibellese aus dem Aidlinger „Zeit mit Gott“ geht es gerade auch um das Gemeindeleben.

Wir wollen uns heute aufrichtig fragen, wo wir unsere Gemeinschaft verletzen, ob durch Parteilichkeit, Gleichgültigkeit, Rechthaberei, Bitterkeit, Unversöhnlichkeit, Aufdringlichkeit, falsche Zurückhaltung, Empfindlichkeit oder Gerede.

Dazu stand der Vers aus Römer 14, 10:

Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder du, was verachtest du deinen Bruder? Wir werden alle vor den Richterstuhl Gottes gestellt werden.

Römer 14,10

Wo viele Menschen sind, da gibt es auch Verletzungen. Gott schenkt uns seine Vergebung. In Jesus hat er unsere Schuld, unsere Fehler, unsere Versäumnisse, unser „Selbst Bestimmenwollen“ auf sich genommen.

So, wie Jesus uns vergibt, so sollen wir auch unseren „Nächsten“ vergeben. Das ist nicht immer leicht. Aber Gottes Liebe und Treue umgeben uns und das wirkt sich auch auf unsere Beziehungen zueinander aus.

Darum ist diese Mahnung des Hebräerbriefes so wichtig: „Lasst uns aufeinander achthaben und uns anreizen zur Liebe und zu guten Werken.“ Und wir sollen „nicht unsere Versammlungen verlassen.“ Ohne gemeinschaftliches Leben geht es nicht.

Aufeinander achthaben, nicht weglaufen, wenn nicht alles nach meinem Plan läuft. Es darf uns nicht egal sein, was unseren Nächsten in der Nähe und in der Ferne zustößt, welche Sorgen oder Ängste sie haben.

Aufeinander achthaben – es sollte uns nicht gleichgültig sein, wie sich unser gesellschaftliches Leben gestaltet oder wie Frieden und Gerechtigkeit in unserem Umfeld gelingen kann.

Spornen wir uns zu guten Werken an. Innerhalb der Gemeinde, aber auch in unserem Umfeld. Ich freue mich, dass es eine große Hilfsbereitschaft in den Hochwassergebieten gegeben hat und noch gibt. Von sich wegsehen und den Anderen im Blick haben. Lasst uns mit offenen Augen in die Welt blicken.

Da passt auch die diesjährige Jahreslosung.

Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!

Lassen wir uns von Gott beschenken.

Zu dieser Gemeinde will ich unbedingt dazugehören. Nicht, weil ich das als Christ muss, sondern weil ich es als Christ darf, und weil es mich in meinem Glaubensleben weiterbringt.

 

Es grüßt euch herzlich

Birgit Klein