Impuls für den Monat Mai

Liebe Besucher und Freunde der Evangelischen Gemeinschaft,

wie so oft muss man auch diesen Vers im Kontext betrachten. Einige Korinther vertraten die aus der griechischen Philosophie geprägte Meinung, dass der menschliche Körper für die Beziehung zu Gott bedeutungslos und nur der Geist entscheidend sei.

Daher waren sie der Meinung, dass (Tempel-) Prostitution, um die es hier konkret geht, durchaus mit einem Leben als Christ vereinbar ist. Es spielte ja keine Rolle, wie ein Mensch mit seinem Körper umgeht. Es war alles erlaubt. „Alles ist mir erlaubt“ war aller Wahrscheinlichkeit nach ein Slogan der Korinther, den Paulus hier zitiert, und diente in Korinth als Rechtfertigung für Unmoral.

Doch Paulus legt ein Veto, ein „Aber“ ein:

„…aber es ist nicht alles nützlich“, sondern vielleicht sogar schädlich.

„…aber es soll mich nichts gefangen nehmen“ und damit unfrei machen.

Wofür schädlich? Und für was sollen wir frei sein?

Paulus schreibt weiter in V. 15: „Wisst ihr nicht, dass eure Leiber Glieder Christi sind…“, und in V. 19: „Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des in euch wohnenden Heiligen Geistes ist, den ihr von Gott empfangen habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört?“

Warum gehören wir nicht uns selbst?

„Denn ihr seid teuer erkauft;“ heißt es in V. 20.  Paulus sagt den Korinthern und uns also, dass sie und wir, als Christen, mit einem hohen Preis von Gott erkauft worden sind, mit dem Leben und dem Tod Jesu.

Es ist deshalb nicht egal, wie wir mit unserem Körper umgehen, weil unser Köper nicht uns gehört, sondern Gott. Wir gehören mit Leib und Seele zu Jesus. In der Antwort zu Frage 1 des Heidelberger Katechismus heißt es (ich nehme die ältere Fassung, weil sie es nochmal deutlicher zum Ausdruck bringt): „Dass ich mit Leib und Seele, beides, im Leben und im Sterben, nicht mein, sondern meines getreuen Heilands Jesu Christi eigen bin.“

Und es ist auch deshalb nicht egal, wie wir mit unserem Körper umgehen, weil er ein Tempel ist. Was ist ein Tempel? Ein Tempel ist ein Ort, der Gott geweiht ist. Er ist Wohnort Gottes und Ort der Anbetung.  Im Tempel wird Gott verherrlicht.

Daher fordert uns Gott durch Paulus auf: „Verherrliche mich in/durch deinen Körper (und natürlich auch in deinem Geist).“ Mit anderen Worten: Repräsentiere mich, wie es meinem Wesen entspricht. Alles ist erlaubt, was Gott so repräsentiert wie es IHM in seiner Heiligkeit entspricht. Es geht hier natürlich nicht um Körperkult, sondern darum, dass durch unser Verhalten Gottes Charakter widergespiegelt wird. Gott zu verherrlichen ist das eigentliche Ziel eines jeden Christen. Und unser Körper ist ein einzigartiges Werkzeug, um Gott sichtbar zu verherrlichen.  Leider gelingt es uns nie, der Heiligkeit der Person, die in uns wohnt zu entsprechen. Aber das sollte uns nicht entmutigen, sondern wir sollten uns immer wieder fragen und fragen lassen (durch Menschen, durch die Bibel, im Gebet): wo gibt es Gewohnheiten in meinem Leben, die mich daran hindern Gott zu dienen und ihm die Ehre zu geben? Bei den Korinthern war es u.a. die Prostitution. Was ist es bei uns? Was nimmt uns gefangen? Wo leben wir in Abhängigkeit von unseren Begierden? Wo konzentriere ich mich zu sehr auf meine eigenen Bedürfnisse, Wünsche und Gefühle? Wo gibt es falsche Denkmuster (wie bei den Korinthern, die nur den Geist wichtig fanden für die Beziehung zu Gott)? Wie kann ich Gewohnheiten annehmen, die Gottes Heiligkeit entsprechen?

Gott hat uns mit Leib und Seele befreit, als Eigentum erworben, damit wir IHM dienen und IHN damit repräsentieren. Was für eine Wertschätzung! Gott hat uns wirklich teuer erkauft, damit wir IHM, dem Schöpfer des Universums, dem König aller Könige dienen dürfen, hier auf der Erde und dann in Ewigkeit mit einem neuen Körper.  Damit bezieht er uns in viel größere und schönere Ziele mit ein, als wir sie uns je selber ausgesucht hätten!

P.D. Trapp sagt: „In seiner Gnade erlaubt Gott es dir nicht, für dich zu leben. Nein, er befreit dich zu der Erfahrung der Freude für ihn zu leben, der größer ist als du.“

Wir können beten mit den Worten von Gerhard Tersteegen:

…da liegt unser Wille, Seele, Leib und Leben, dir zum Eigentum ergeben. Du allein sollst es sein, unser Gott und Herre; dir gebührt die Ehre.

EG 165, 3; GL 387

Eure
Marion Münker

Impuls für den Monat April

Dieser Satz aus dem Petrusbrief beinhaltet für mich zwei Aspekte: Zum einen lese ich daraus, dass wir durch unser Verhalten positiv auffallen, damit wir überhaupt erst von anderen angesprochen werden. Zum anderen formuliert Petrus, dass wir in diesen Situationen zu unserem Glauben stehen sollen.

Die erste Aufgabe für mich, die ich aus dem Vers lese, ist also das positive Auffallen. Wie mache ich das? In Matthäus 12,34 sagt Jesus zu den Pharisäern: „Denn wovon das Herz voll ist, davon redet der Mund.“ Wenn mein Herz also voll Hoffnung ist, dass mein Glauben mich rettet, dann zeigt sich das auch nach außen. Außerdem habe ich, seitdem ich an Jesus Christus glaube, den Heiligen Geist in mir, der die Früchte des Geistes in mir bewirkt. Paulus schreibt im Galaterbrief:

Diese Früchte des Geistes bewirken, dass ich durch mein Handeln positiv auffalle: Zum Beispiel fällt es auf, wenn ich immer darauf bedacht bin, geduldig mit meinen Mitmenschen zu sein. Es fällt auf, wenn ich immer freundlich bleibe, statt auf meinem Recht zu beharren. Wenn ich mich also vom Heiligen Geist leiten lasse, werde ich auffallen. Das hat auch Petrus erlebt.

Und das führt mich zur zweiten Aufgabe, die ich aus dem Vers lese, nämlich jedem „Rede und Antwort zu stehen“. Mich führt diese Aufgabe weit aus der Komfortzone. Ich bin jemand, der eher selten jemandem von sich erzählt. Meist fühle ich mich erst sicher genug, wenn ich schon oft Kontakt mit meinem Gegenüber hatte, und bin dann auch bereit von mir selbst zu erzählen. Die Themen, die ich anspreche, sind aber meist die, in denen ich mich sicher fühle. Mein Glaube gehört da leider noch nicht zu. Ich habe Angst, nicht die passenden Worte zu finden oder keine Antworten auf die möglicherweise gestellten Fragen.

Aber so schwierig diese Aufgabe für mich sein sollte, sie ist dennoch schaffbar. Denn Jesus lässt mich bei dieser Herausforderung nicht allein und verspricht mir den Heiligen Geist, der mir dabei hilft:

Und ich muss zum Glück auch nicht direkt vor riesigen Menschenmengen von meinem Glauben erzählen, oder vor absolut Fremden, wie es Paulus und die anderen Apostel taten. Ich kann klein anfangen. Ich darf erst einmal mit meinem Partner, in einer Zweierschaft oder in unserem Hauskreis üben, über meinen Glauben zu sprechen. Durch den Austausch festige ich meinen Glauben und mein Wissen über die Bibel. Gleichzeitig gewinne ich Sicherheit, weil ich bestimmte Themen schon einmal durchgesprochen habe. Und wenn ich dann im Alltag in eine solche Situation komme, kann ich auf das zurückgreifen, was wir dort besprochen haben.

Ich kann also zuversichtlich mit dem Vers aus dem 1. Petrusbrief umgehen. Ich muss mir keine Sorgen machen, wenn ich aus meiner Komfortzone gehe, denn ich bin nicht allein. Jesus ist dabei und unterstützt mich durch den Heiligen Geist, und wenn ich in eine bedrängende Lage komme, dann wird er mir die richtigen Worte schenken. Deshalb möchte ich euch, aber vor allem auch mich selbst dazu ermutigen den Glauben in unseren Taten sichtbar werden zu lassen. Und dann auch unseren Glauben zu bekennen und davon weitergeben.

Euer
Nathanael Klein

Impuls für den Monat März

Liebe Besucher und Freunde der Evangelischen Gemeinschaft,

drei Frauen gehen in Trauer zum Grab. Sie wollen Jesus salben. Es sind drei Frauen, die eng mit Jesus verbunden waren. Sie kennen Jesus. Jesus hat auch an ihnen Wunder vollbracht, sie geheilt.
Zum Beispiel befreite Jesus Maria Magdalena von Dämonen.
Auf dem Weg zum Grab überlegen die drei wie sie den schweren Stein wegrollen, der die Grabhöhle verschließt. Er ist ihnen viel zu schwer.
Die drei sind mir so sympathisch, so denke auch ich hin und wieder. „Puh, das ist mir jetzt zu schwer. Wie soll ich das schaffen?“
Sie kamen zum Grab und der Stein war schon weggerollt. Sie gehen in das Grab hinein und sehen einen jungen Mann in einem langen weißen Kleid.
Was ein Schreck! Nichts ist so wie sie es sich gedacht hatten. Der Stein ist weg, ihr Freund Jesus ist weg.

Entsetzt euch nicht oder auch: Habt keine Angst. Und was machen die Frauen – sie sind voll Angst, zittern und fürchten sich. Ob sie schreiend weglaufen sind? Ich könnte es mir gut vorstellen. Sie sprechen mit niemandem darüber, weil sie sich so fürchten.
Jesus hatte es ihnen immer wieder angedeutet, dass er am dritten Tag auferstehen wird.
Das hatten die drei wohl vergessen, nicht verstanden oder ihm nicht geglaubt.

Jesus redet zu uns in seinem Wort, und wie oft ergeht es uns ähnlich, obwohl wir sein Leben durch die Bibel kennen, alle die Wunder nachlesen können, und doch vergessen wir oder glauben ihm nicht. „Kann er mir wirklich helfen, es ist so schwer, ich habe Angst und zittere. Ich weiß ganz genau, Jesus hat den Tod besiegt. Er ist der Herrscher des Universums, ihm ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde.“

Wie dankbar bin ich, Gottes Gnade ist so groß, ich gehe neu zu Jesus und bitte ihn: „Herr Jesus, ich glaube, hilf meinem Unglauben. Ich möchte mich nicht erschrecken, sondern erzählen: Jesus ist auferstanden.“

Liebe Grüße

Heike Neidhardt

Impuls für den Monat Februar

Liebe Besucher und Freunde der Evangelischen Gemeinschaft,

Den für den Monat Februar 2024 ausgewählten Bibelvers finden wir im zweiten Brief, den Paulus an seinen „Zögling“ Timotheus schrieb. Es ist der 16. Vers im 3. Kapitel und er lautet:

Paulus schreibt diesen Brief aus dem Gefängnis in Rom. Er ist sich seines baldigen Todes sehr bewusst, wie wir aus dem weiteren Brief entnehmen können: „Denn für mich ist die Zeit gekommen, Abschied zu nehmen; mein Leben ist ein Trankopfer geworden, das für Gott ausgegossen wird“ (2. Tim. 4,6). Dies verleiht dem Brief ein besonderes Gewicht, er ist sozusagen eine Art Vermächtnis zunächst für seinen Schüler Timotheus, aber in letzter Konsequenz auch für uns.

Timotheus hat von klein auf alles Wichtige, die frohe Botschaft Christi, aufgenommen und für sich persönlich angenommen. Paulus macht dem jungen Timotheus Mut, dass er genau an diesem Evangelium festhalten soll, wie Paulus es selbst tut. Er erinnert Timotheus daran, wie viel er um dieses Evangeliums willen erlitt und auch gegenwärtig erleiden muss. Aber in alldem wurde Paulus, auch für Timotheus ersichtlich, von seinem Herrn und Heiland Jesus Christus bewahrt, durchgetragen, gerettet.

Diese Schutzerfahrung hat Paulus seinem jungen Bruder voraus (V. 10-12). In dieser „Schutzgewissheit“ kann er Timotheus die Prognose zumuten, dass es nicht mehr bei der schon erlebten Verfolgung bleibt, sondern auf massive Verführung und Verunsicherung durch böse Menschen und Betrüger hinausläuft (V. 13). Paulus beschreibt mit drastischen Worten die Art der Menschen, mit denen es Timotheus zu tun haben wird. Er beschreibt sie als „selbstsüchtig, geldgierig, prahlerisch, überheblich, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, unheilig, lieblos, unversöhnlich, verleumderisch, unbeherrscht, gewalttätig, dem Guten Feind, Verräter, leichtsinnig, aufgeblasen; sie lieben das Vergnügen mehr als Gott, …“ (V. 2-4). Paulus mahnt Timotheus und uns: „Von solch Leuten wende dich ab!“ (V. 5).

Darin ist Paulus kein Schwarzmaler, sondern im Gegenteil ein väterlicher Seelsorger und Mutmacher. Er weiß, dass die Gefahr groß ist, sich mitreißen zu lassen. Deshalb erinnert er Timotheus daran, was er alles an Lebensführung, Lehre und Glauben bereits gelernt hat und fordert ihn auf: “ Darum bitte ich dich: Halte am Glauben fest, so wie du ihn kennen gelernt hast!“ (V. 14a).

Um Dranzubleiben ist es oft wichtig, sich zu erinnern, von wem wir etwas gelernt haben. Timotheus wurde geprägt von seiner Oma Lois, seiner Mutter Eunice und natürlich von Paulus. Das waren vertrauenswürdige Personen, an deren Vorbild es sich lohnt dranzubleiben.

Paulus mahnt auch uns: Bleibt dran! Mach weiter mit den gelernten Dingen! Gib sie nicht auf, auch wenn die Zeiten schwierig sind! Wer war und wer sind unsere Glaubensvorbilder? Oder wo sind wir selbst Vorbild?

Paulus schreibt: „Du kennst ja die, die dich gelehrt haben, … (V. 14b). Er schreibt: Bleib dran,

„… weil du von Kind auf die heiligen Schriften kennst, die Kraft haben, dich weise zu machen durch den Glauben, der in Christus Jesus ist.“ (V. 15)

Das „dich weise zu machen“ durch Studieren, Verinnerlichen, Vertiefen des kraftvollen Wortes Gottes ist demnach Schlüsselaufgabe, mehr noch Hingabe, der sich Timotheus weiterhin widmen soll. Aber in einer Glaubenshaltung! Denn im Glauben, der auf Jesus gründet, im Vertrauen, das auf Christus setzt, erschließen sich die Heiligen Schriften.

Haben wir heute ein Bestreben nach dieser Weisheit, die Paulus dem Timotheus wünscht? Sehen wir in Gottes Wort diese Kraftquelle, die entscheidend notwendig ist, um Verfolgung und Verführung nicht nur zu überstehen, sondern darin sogar zu wachsen und Gottes Reich auszubauen, wie Paulus und Timotheus es taten?

„Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, …“ Bleib an Gottes Wort, weil Gottes Wort nützlich ist, denn es stammt von einem perfekten Gott persönlich!

Gottes Wort ist deshalb nützlich, weil es uns sagt, was wahr ist über Gott, die Welt, die Menschen, die Zukunft. Gottes Wort ist nützlich, weil es unser Gewissen und unseren Verstand überführt, wo unser Denken und Verhalten falsch sind. Wir dürfen dankbar sein für Ermahnung, weil wir oft blind sind für Sünde in unserem Leben. Gottes Wort ist nützlich, weil es uns zurechtbringt und uns einen Weg zeigt, zurück zu einem Leben in Gottes Sinne. Gottes Wort ist nützlich, weil es unterrichtet, wie wir in Gottes Sinne unser Leben gestalten können.

Bleib an Gottes Wort bedeutet: Erforsche Gottes Wort! Glaub an Gottes Wort! Gehorche Gottes Wort!

Gottes Wort möchte, dass wir das vollkommen gerechte Wesen Gottes verstehen lernen und selbst diese Gerechtigkeit in Gehorsam und Nachfolge anstreben. Warum? Das steht im zweiten Satzteil: „So ist also der, der Gott gehört und ihm dient, mit Hilfe der Schrift allen Anforderungen gewachsen; er ist durch sie dafür ausgerüstet, alles zu tun, was gut und richtig ist.“ (V. 17, NGÜ)

Der: das steht nicht nur für einige, sondern für jeden Gläubigen, mit Hilfe der Schrift. Damit wir alle zu gutem Dienst an unserem Nächsten fit gemacht sind und uns als Jesu Nachfolger und Botschafter einsetzen lassen!

Eure
Marion und Torsten Münker

Rätselreise für Frauen

Komm’ mit auf eine spannende Reise rund um die Welt und löse knifflige Rätsel.
Kannst du den Geheimcode entschlüsseln und den Schatz öffnen, der wertvoller ist als Silber und Gold?

Dich erwartet ein aufregender Rätselabend.
Du hast von einem unschätzbar wertvollen Schatz gehört, der vor langer Zeit versteckt wurde. Um ihn zu finden, musst du rund um die Welt reisen und viele Herausforderungen meistern. Für knifflige Fragen, spannende Rätsel und versteckte Hinweise musst du deinen Kopf einsetzen und manchmal auch auf deinen Bauch hören.
Jede gelöste Aufgabe bringt dich ein Stück näher zu deinem Schatz. Wirst du ihn öffnen und herausfinden, was sein wertvoller Inhalt ist?

Für unsere Rätselreise kannst du dich gemeinsam mit deinen Freundinnen anmelden und ihr löst diesen kniffligen Fall als Team. Oder du meldest dich allein an und spielst gemeinsam mit anderen tollen Frauen, die du an diesem Abend kennenlernen wirst.

Anmeldeschluss ist der 29. Februar 2024.

Bei Fragen schreib uns gerne eine E-Mail an: frauenabend@gemeinschaft-kredenbach.de

Impuls für den Monat Januar

Liebe – ein Thema, dass in der Bibel so prominent ist, wie kaum ein anderes. In beinahe jedem Buch des Neuen Testaments wird die Liebe thematisiert. Der 1. Korintherbrief steht in der Reihenfolge der Erwähnung der Liebe sogar an zweiter Stelle hinter dem 1. Johannesbrief. Das ist nicht einmal besonders verwunderlich, findet sich doch zum Beispiel das „Hohelied der Liebe“ im dreizehnten Kapitel des Korintherbriefes. Eines lässt sich bei der einfachen Lektüre des Briefes jedoch schnell feststellen: Die Empfänger des Briefes, die Korinther zeichneten sich nicht unbedingt durch ihre Liebe zu- und untereinander aus.

Nein, ganz im Gegenteil: Die Gemeinde in Korinth war in Gruppen gespalten, uneinig in der Lehre des Wortes Gottes, teilweise noch den alten exzessiven Lebensstil praktizierend und von Sünde und Irrlehren stark erschüttert.

In diese Situation verfasst Paulus seinen Brief, eine strenge Ermahnung, eine Abhandlung verschiedener Lehrthemen, aber verbunden mit dem Thema Liebe. Paulus mahnt die Korinther zur Liebe untereinander. Er möchte aufzeigen, wie sinnlos ein Leben ohne die Liebe Gottes ist:

Die Jahreslosung in 1. Kor 16,14 ist auch für uns von großer Relevanz. Alles, was wir tun, alle unsere Dinge sollen in Liebe geschehen. Es ist nicht so, dass sich die Liebesfähigkeit und Liebenswürdigkeit der Christen verbessert hat. Was die Korinther durchmachten, kann uns auch schnell passieren. Umso wichtiger ist es, die Aufforderung von Paulus aktuell ernst zu nehmen und heute ein Leben zu leben, dass von der Liebe Gottes geprägt ist.

Doch wie soll das gehen? Wie erfülle ich diesen Anspruch an mein Leben, alle Dinge in Liebe geschehen zu lassen?

Hier bietet die Bibel einige Antworten. Am deutlichsten wird aber doch, dass es hierbei auf die Tat und nicht auf ein Lippenbekenntnis ankommt:

Wenn es um praktische Liebe geht, dann ist uns Jesus das beste Beispiel. Er hat erfüllt, was er in der Bergpredigt gesagt hat:

Sein Leben und sein Sterben waren nicht nur Vorbild, sondern sind Bedingung für unsere Liebesfähigkeit:

Nicht Gott reagiert auf meine Liebe zu ihm, sondern ich reagiere auf seine Liebe zu mir. Er öffnet mir eine Tür der Gnade, und wenn ich hindurchgehe, kann ich in großer Dankbarkeit für jedes Geschenk leben, das er mir zukommen lässt. Bin ich gezwungen, mich da noch mit anderen zu vergleichen? Nein, denn im Land der Gnade haben Eifersucht, Neid und Missgunst keinen Platz mehr. Was nach der Gnade bleibt, ist Liebe und Dankbarkeit.

Das Thema Liebe ist herausfordernd, doch können wir mit der Gewissheit l(i)eben, dass Jesus, der alles erfüllt hat, „der euch ohne Straucheln zu bewahren und vor seine Herrlichkeit tadellos mit Jubel hinzustellen vermag“ (Judas 24), in uns leben will. Wir sind also nicht alleingelassen mit dieser Aufforderung, denn Jesus wohnt in uns.

Euer
Justus Westermeier

Impuls für den Monat Dezember

Ihr Lieben, Freunde und Besucher der Ev. Gemeinschaft Kredenbach,

bald ist Weihnachten, das Jahr ist vorbei und vieles Erlebte nun Vergangenheit. Jetzt stehen die Weihnachtsvorbereitungen an, Geschenke aussuchen und verpacken, Plätzchen backen, weihnachtlich dekorieren und vieles mehr. Alles bringt viel Freude und bringt festliche Stimmung mit sich. Dieses Jahr scheint es allerdings irgendwie anders zu sein, denn ich stecke gefühlt noch im Sommer. Das Leben scheint mir gerade zu schnell vorbei zu gehen. Habe ich meinen Fokus verloren?

Als ich unseren Monatsvers für Dezember las, wurde ich wieder erinnert, was wirklich zählt.

Simeon hat sein Leben gelebt, er ist alt geworden, und trotzdem wartet er voller Spannung und nicht abgekämpft. Die Bibel erzählt von einem gottesfürchtigen Mann, auf dem der Heilige Geist war. Vom Geist getrieben ging er in den Tempel und sieht den Heiland, Jesus, unseren Erretter und Erlöser, das kleine Baby in den Armen seiner Mutter. (Vgl. Lukas 2, 25ff)

Wenn ich Gottes Stimme höre, dann bin ich eng mit ihm verbunden, dann lese ich in der Bibel, ich bete und bleibe im täglichen Austausch. Das funktioniert nicht zwischen Tür und Angel, das ist ein Lebensstil, der allerdings sehr umkämpft ist und mich jeden Tag neu herausfordert, Gott aktiv nahe zu sein. Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch (Vgl. Jakobus 4,8), das ist ein Versprechen Gottes. Wenn ich mich im Alltag von meinen Vorbereitungen und Terminen bestimmen lasse, fällt mir die Zeit mit Gott nicht einfach zu. Diese Zeit muss ich in meinen Alltagsplan übernehmen wie jeden anderen Termin auch.

Simeon war mit Gott in diesem täglichen Austausch und hatte offene Ohren für sein Reden. Auf Drängen des Geistes hin geht er an diesem Tag zum Tempel. Wie spannend, denn woher weiß er, dass das wirklich Gottes Stimme ist? Ich glaube, dass Simeon diese Stimme schon so oft gehört hatte, dass es ihm direkt klar war. Ich möchte Gottes Stimme auch immer so sicher von anderen Stimmen unterscheiden können! Wie gut, dass Gott sich von denen finden lässt, die ihn suchen! (Vgl. Lukas 11,9)

Ich wünsche euch nun in dieser Vorweihnachtszeit, dass ihr Gott jeden Tag wieder neu erlebt. Dass ihr mit ihm rechnet und euch auf ihn ausrichtet. Vielleicht ist es heute ganz neu dran, diese Zeit mit Gott im Alltag zu planen. Wann können wir IHM besser begegnen, als in der Vorbereitung auf SEINEN Geburtstag? Alles kann uns an IHN erinnern und zum stetigen Austausch führen. Ich wünsche euch Gottes Segen auf dieser Entdeckungsreise!

Gesegnete Weihnachten und schöne Geburtstagsfeier mit JESUS,

Eure
Katharina Siebel

Impuls für den Monat Oktober

Nach dem Hören kommt das Handeln

Ein effektives Bibelstudium gründet auf drei Hauptfragen: Was sagt die Bibel? Was bedeutet das? Wie kann ich das auf mein Leben anwenden?

Erklärend zu unserem Monatsvers schreibt Jakobus weiter in Vers 23-25:

In diesem Spiegelgleichnis erklärt Jakobus: Wer nur hört, betrügt sich selbst. Hören vermittelt ein Bild. Aber wenn man dann nicht handelt, verschwindet das Bild wieder.

Welche Rolle spielt Gott in deinem Leben und Alltag? Bist du ein vergesslicher Hörer oder ein wahrhaftiger Täter des Wortes? Gehen wir sonntags in den Gottesdienst und lesen morgens eine Andacht, aber sobald der Alltag uns einholt ist alles vergessen? Oder verinnerlichen wir das Gehörte und versuchen es umzusetzen?

Gottes Wort ist ein Spiegel, in dem wir sehen, wer wir wirklich sind. Wir können vor Gott nichts verstecken. Der Mensch sieht was vor Augen ist, doch Gott sieht tief in unser Herz. Er möchte uns dies nicht vorenthalten, sondern zeigt uns durch sein Wort, wo wir falsch liegen. Gott möchte uns verändern, weil er uns liebt. Wir sollten Gottes Wort bereitwillig aufnehmen und in uns wachsen lassen, damit eine innere Veränderung in unserem Herzen stattfinden kann.

Im alltäglichen Leben gibt es viele Beispiele, in denen das Hören allein nicht ausreicht: Der Sportler, der die Tipps des Trainers nicht umsetzt und sich dadurch nicht verbessern kann. Oder der Schüler, der den angegebenen Stoff für eine Prüfung nicht lernt und dadurch nicht besteht.

So wie wir Eltern unsere Kinder vor Gefahren beschützen wollen, möchte Gott uns mit seinem Wort vor den Gefahren der Sünde bewahren. Er möchte uns frei machen.

Gott meint es gut mit uns, wenn er uns auffordert seine Gebote zu halten. Gottes Wort hat nämlich die Kraft, dein Leben zu retten. Diese Kraft kannst du erleben, wenn du Gottes Gebote hältst.  Die Voraussetzung dafür ist, dass du die richtige Einstellung gegenüber dem Wort Gottes hast. Entscheide dich dazu, dich von dem Verhalten zu trennen, das Gott nicht gefällt und lasse zu, dass Gottes Wort dich verändern kann.

Eure
Mirjam Müller

Impuls für den Monat August

Liebe Besucher und Freunde der Evangelischen Gemeinschaft,

wie kann ich diesen Vers in meinem Leben Wahrheit werden lassen? Dass ich aus ehrlichem Herzen sagen kann, dass Gottes Gnade besser ist als das Leben, was ich hier auf der Erde habe? Gibt es Grundvoraussetzungen dafür? Diese Fragen hatte ich am Anfang im Kopf, deshalb fangen wir in dem Psalm mal ganz vorne an:
David hat den Psalm geschrieben, als er vor seinem eigenen Sohn Absalom in die Wüste floh, weil dieser eine Verschwörung gegen seinen Vater angezettelt hatte. Also schon mal kein Moment, in dem „alles“ perfekt läuft. Nein, David wusste nicht, wie es weiter gehen wird. Ob er nochmals als König zurück nach Jerusalem kehren wird? Oder ob Absalom ihn vielleicht findet und umbringt? Was sind Davids Wünsche, dort in der Wüste? Wonach sehnt er sich? Nach Sicherheit, Frieden, nach Wasser…?

David hat Durst nach GOTT. Nach SEINEM Gott. Es klingt vertraut, wie er ihn anspricht. David kennt Gott. Und doch fühlt er sich im Augenblick fern von ihm. Was ist Davids Reaktion? Bleibt er in der Ferne? Nimmt er es einfach so hin? Nein, er sucht Gott. Seine Seele dürstet, sein Fleisch schmachtet- Worte die ausdrücken, wie sehr ihm dieser Zustand zu schaffen macht. Auch wenn die Dürre der Wüste ihn gefährdet, ist die Ferne von Gott für ihn schlimmer als fehlendes Wasser. In einem Land, in dem er Durst haben sollte nach Wasser, hat David Durst nach Gott selbst.

  • Wie verhältst Du Dich in den Momenten, in denen Du Dich in einer Wüstensituation befindest? Kennst Du Gottes Nähe und verlangst nach ihr? Suchst Du Gott?
  • Wonach hast Du Durst? Was brauchst Du WIRKLICH? Rede mit Gott über Deine Sehnsüchte und Wünsche und lass Dir von ihm zeigen, wo Dein Durst nach etwas anderem Dir wichtiger ist als der nach Gott.

Wie kann David das in der Wüste umsetzen? Er hatte keinen Tempel oder eine Stiftshütte, in die er hätte gehen können, um Gott näher zu kommen. Aber er konnte in Gedanken in das Heiligtum gehen, sich an Gottes Versprechen erinnern, an seine Gebote und was das für ihn heißt. Was für eine Gewissheit durch die Erfahrung, dass David Gott bereits im Heiligtum schauen durfte, und dass durch die Erinnerung daran eine neue Ausrichtung auf ihn folgen darf.

  • Was hast Du mit Gott erlebt? Was hat er Dir gezeigt? Du darfst immer wieder neu über ihn und seine Größe und Güte staunen. Führ Dir Gottes Handeln vor Augen. (Manchmal hilft es, sich solche Dinge aufzuschreiben und es ganz bewusst, schwarz auf weiß zu sehen, was Gott Dir schon gezeigt hat.)

Der Monatsvers folgt:

Wie kann man Gnade definieren? „Nur“ als Vergebung meiner Sünden? Ich fand folgende Definition sehr hilfreich: Gnade beschreibt alles unverdiente, wohlwollende Handeln Gottes gegenüber seinen Geschöpfen, mit dem Ziel Gott zu erkennen. Gnade beinhaltet also viel mehr. Dass mein Herz schlägt, ohne dass ich etwas dafür getan habe. Dass ich lebe, dass Gott mich im Körper meiner Mutter gebildet hat (Psalm 139). Dass durch Gnade Vergebung stattgefunden hat, Gott seinen Sohn geschickt hat, dass ich erwählt worden bin vor der Grundlegung der Welt, ich eine neue Schöpfung bin, der Heilige Geist in mir wohnt, dass Gott mich adoptiert hat, er mein Leben bis zum Ende führen wird und am Ende eigentlich erst das richtige, ewige Leben losgeht. Und dazu kommen all die kleinen und großen Dinge, die jeder einzelne persönlich mit Gott erleben kann. Bewahrung, Veränderung, Berufung, Führung… Was von dem habe ich mir verdient? NICHTS. Im Nachdenken darüber komme ich zu dem Fazit: Gottes Gnade IST besser als alles Leben.

Was passiert David danach in seiner Situation? Er lobt Gott. Von ganzem Herzen, mit erhobenen Händen, die alles loslassen, was ihn von Gott trennt. Er begibt sich in Gottes Abhängigkeit. Er fühlt sich gesättigt, weil die Nähe Gottes den Durst stillt, weil Jesus Brot und Weinstock ist (Johannes 6,35 und 15,5).
Lies Dir den Psalm 63 zu Ende durch (ab Vers 4b). In schlaflosen Nächten dreht sich David nicht um sich selbst und seine Gedanken, er denkt weiter über Gottes Gnade nach und lobt ihn. Es ist eine Alltagseinstellung, kein „mal kurz loben und danke sagen“, sondern etwas, das von Herzen kommt und das wir von David lernen dürfen. Er weiß, dass Gott seine Hilfe ist, auch und gerade in seiner Wüstenzeit, in der er nicht sieht, wie es weiter geht. Er weiß, dass Gott Richter ist über seine Feinde. Er lässt Gott machen und legt ihm auch das hin.

  • Hast Du eine ähnliche Art Gott zu loben, wie David es tat? Oder kannst Du von David und seiner Herzenshaltung etwas für Deinen Alltag lernen?
  • Worüber liegst Du wach? Was bringt Dich zum Grübeln? Gib es Gott ab und denke bewusst über seine Gnade in Deinem Leben nach.

Was kann uns helfen, Gottes Gnade groß werden zu lassen? Sich mit Gott zu beschäftigen, denn womit wir uns intensiv auseinandersetzen, das wird auch Raum in uns einnehmen. Ist die Beziehung von Gott abhängig davon, wie meine Umstände sind? David war in der Wüste und er konnte Gott trotzdem loben. Paulus und Silas saßen im Gefängnis und stimmten Gott ein Loblied an. Dann dürfen wir in unseren Wüstenzeiten auch lernen, Gott zu suchen, ihn als einzige Quelle für unsere Sehnsucht zu nutzen und seine Gnade staunend zu entdecken.  

Ich wünsche uns, dass wir das lernen dürfen: dass Gottes Gnade besser als Leben IST.

Eure
Annika Dickel und Simon Stücher

 

Impuls für den Monat Juli

Liebe Besucher und Freunde der Evangelischen Gemeinschaft,

diese Aussage von Jesus gehört zum Anspruchsvollsten, was er uns in unseren Alltag, in unser Leben mit ihm, die Nachfolge, mitgegeben hat. Glücklicherweise klingt es recht theoretisch, denn – haben wir Feinde? Werden wir verfolgt? Betrifft denn diese Aussage mich persönlich?

Wohl dem, der keine Feinde hat. Nun kann unser Gefühlsleben ja immer mal wieder Karussell fahren und wir sehen Feinde, wo keine sind. Oder wir haben welche, die sich aber noch nicht wirklich als solche geoutet haben. Doch Achtung: Hier geht es nicht um Befindlichkeiten, sondern um handfeste Konflikte. Und hier ist es sinnvoll, den historischen Kontext, in den hinein Jesus dies gesagt hat, zu berücksichtigen.

Die Begründung der Liebe geht im Text noch weiter:

Jesus spricht hier die selektive Achtung und Wertschätzung der Pharisäer, der religiösen Elite des Landes damals, an. Sie achteten nur ihresgleichen. Die gewöhnlichen Leute, die mangels Wissens oder auch bewusst gegen Gottes Gebote verstießen, waren Verlorene, oder noch schlimmer, Verfluchte. Sie waren zu hassen.

Jesus stellt diese traditionellen Werte auf den Kopf. Denn für die Verlorenen ist er ja gekommen. Die Kranken brauchen den Arzt, nicht die Gesunden.

Auch wir stehen in der Gefahr, in unseren kleinen gesellschaftlichen Milieus zu bleiben, in unserer Blase zu leben, die uns gefällt, die wir kennen, und wo Wertschätzung oder auch Liebe leichtfällt. Jesus möchte aber etwas anderes: Er fordert uns zur selbstlosen Liebe auf, zur „agape“, in den Situationen, in denen mein Gegenüber fremd, anders, zunächst nicht liebenswürdig oder sogar feindselig wirkt. Er erwartet von uns den ersten Schritt.

Das ist viel verlangt und das geht nur im andauernden Üben der Nachfolge Jesu. Dazu brauchen wir die Gegenwart Gottes in unserem Leben. Dazu brauchen wir den Heiligen Geist in unserem Hirn. Dazu brauchen wir ein erneuertes Herz. Alles andere wäre totale Überforderung. Das können wir nicht erarbeiten, dies wird uns von Gott geschenkt, Schritt für Schritt. Wir dürfen ihn darum bitten.

Nun ist es so, dass dieser erste Schritt von den meisten Menschen, denen ich begegne, gerne zur Kenntnis genommen oder auch dankbar erwidert wird. Wunderbar, so darf es gerne sein. Aber paradoxerweise kann es auch extrem anders sein. Auch Ablehnung, Verachtung, Spott kann eine Reaktion sein.

Das ist noch nicht Verfolgung. Aber in einem Kontext, in dem systematisch Minderheiten unterdrückt werden und das Recht des Stärkeren Staatsräson ist? Wo Unrecht mit dem Kampf ums Überleben begründet wird? Da wird Verfolgung schnell möglich.

Jesus spricht auch heute zu seinen Jüngerinnen und Jüngern überall auf der Welt in so unterschiedliche Lebensverhältnisse und sehr wechselnde Akzeptanz der Gemeinden und Kirchen hinein. Und was er sagt, ist ja nicht nur eine Aufforderung. Es ist auch ein Versprechen: In diesem Beten für die Feinde, für die Anderen verwandelt er unser Wesen und wir können wahrnehmen, dass wir ihm ähnlicher werden. Denn Gottes Kinder sein: Das ist doch Leben in der Beziehung zum Vater, die über allem eine Liebesbeziehung ist. Und eine Liebesbeziehung hält aus, dass es auch Tage mit Regen gibt und der Vater seine Sonne über Bösen und Guten aufgehen lässt.

Liebe Grüße,
euer Christoph Blanke

Impuls für den Monat Juni

Liebe Besucher und Freunde der Evangelischen Gemeinschaft Kredenbach,

wir blicken zurück ins 19. Jahrhundert vor Christi Geburt. Isaak, der Sohn Abrahams ist alt und krank geworden. Seine Blindheit macht ihn abhängig und nachdenklich. Er möchte vor seinem Tod unbedingt seine Zwillingssöhne Esau und Jakob segnen. Deshalb ruft er zuerst den Älteren, Esau, seinen Lieblingssohn zu sich und sagt zu ihm: „Siehe, ich bin alt geworden und weiß nicht, wann ich sterben werde.  So nimm nun dein Gerät, Köcher und Bogen, und geh aufs Feld und jage mir ein Wildbret und mach mir ein Essen, wie ich’s gern habe, und bring mir’s herein, dass ich esse, auf dass dich meine Seele segne, ehe ich sterbe.“  Rebekka, die Frau Isaaks, hört mit und sofort fällt ihr ein, was Gott vor vielen Jahren, als sie mit den Zwillingen schwanger war, zu ihr gesagt hat: „Zwei Völker sind in deinem Leibe, und zweierlei Volk wird sich scheiden aus deinem Schoß; und ein Volk wird dem andern überlegen sein, und der Ältere wird dem Jüngeren dienen.“ Rebekka reagierte sofort. Sie rief ihren Lieblingssohn Jakob zu sich und sagte: „Geh hin zu der Herde und hole mir zwei gute Böcklein, dass ich deinem Vater ein Essen davon mache, wie er’s gerne hat. Das sollst du deinem Vater hineintragen, dass er esse, auf dass er dich segne vor seinem Tod.“ Jakob protestiert: „Siehe, mein Bruder Esau ist behaart, doch ich bin glatt; so könnte vielleicht mein Vater mich betasten, und ich würde vor ihm dastehen, als ob ich ihn betrügen wollte, und brächte über mich einen Fluch und nicht einen Segen.“ Aber Rebekka hat einen Plan: „Sie macht ein Essen, wie es sein Vater gerne hatte, und nahm Esaus, ihres älteren Sohnes, Feierkleider, die sie bei sich im Hause hatte, und zog sie Jakob an, ihrem jüngeren Sohn. Aber die Felle von den Böcklein tat sie ihm um seine Hände und wo er glatt war am Halse.“  Jakob sprach zu seinem Vater: „Ich bin Esau, dein erstgeborener Sohn; ich habe getan, wie du mir gesagt hast. Richte dich auf, setz dich und iss von meinem Wildbret, auf dass mich deine Seele segne. Isaak aber sprach zu seinem Sohn: Wie hast du so bald gefunden, mein Sohn? Er antwortete: Der HERR, dein Gott, bescherte mir’s. Da sprach Isaak zu Jakob: Tritt herzu, mein Sohn, dass ich dich betaste, ob du mein Sohn Esau bist oder nicht. So trat Jakob zu seinem Vater Isaak. Und als er ihn betastet hatte, sprach er: Die Stimme ist Jakobs Stimme, aber die Hände sind Esaus Hände. Und er erkannte ihn nicht; denn seine Hände waren behaart wie Esaus, seines Bruders, Hände. Und er segnete ihn und sprach: Bist du mein Sohn Esau? Er antwortete: Ja, ich bin’s. Da sprach er: So bringe mir her, ich will essen vom Wildbret meines Sohnes, dass dich meine Seele segne. Da brachte er’s ihm und er aß; und er trug ihm auch Wein hinein und er trank. Und Isaak, sein Vater, sprach zu ihm: Komm her und küsse mich, mein Sohn! Er trat hinzu und küsste ihn. Da roch er den Geruch seiner Kleider und segnete ihn und sprach: Siehe, der Geruch meines Sohnes ist wie der Geruch des Feldes, das der HERR gesegnet hat. Gott gebe dir vom Tau des Himmels und vom Fett der Erde und Korn und Wein die Fülle.  Völker sollen dir dienen, und Stämme sollen dir zu Füßen fallen. Sei ein Herr über deine Brüder, und deiner Mutter Söhne sollen dir zu Füßen fallen. Verflucht sei, wer dir flucht; gesegnet sei, wer dich segnet!“

Soweit die Geschichte. Es ergeben sich einige Fragen: War es richtig, dass Jakob den Segen mit List erschleicht? War es richtig, dass Rebekka Jakob zur List ermutigt? Hat Jakob Vorteile vom Segen gehabt? Hat Rebekka den Sinn der Segnung an Esau verstanden? Hatte Isaak für Jakob einen anderen Segen vorbereitet? Hätte Gott die Verheißung an Rebekka auch ohne den Betrug erfüllt?

Ich denke, dass sich die Fragen vielleicht nicht eindeutig beantworten lassen, aber einige, für mich ganz neue Gedanken, lassen sich auf der Seite der Orthodoxen Rabbinerkonferenz finden.

Es werden 3 unterschiedliche Varianten zum Verständnis der Geschichte beschrieben:

  1. Isaak hatte sich seine Söhne sehr genau angesehen. Er kannte Begabungen und Probleme. In dieser Einschätzung kam er zu zwei unterschiedlichen Segnungen. Eine für Esau, der auf Reichtum und Macht Wert legte, und einen anderen Segen für Jakob, der ihm Nachkommen und Heimat versprach. Es gab keinen Grund für Betrug und Verstellung.
  2. Die Haltung von Rebekka wird als die Verkörperung der Nächstenliebe beschrieben. Und wenn sie keine andere Möglichkeit sah, dafür zu sorgen, dass der Segen an Jakob ging, der diesen Segen des Vaters zu schätzen und zu leben wusste, dann heiligte in diesem Fall doch der Zweck die Mittel.
  3. Jakob musste auf schmerzliche Weise lernen, dass der Segen für seinen Bruder bestimmt war. Seinen Segen bekam Jakob nämlich von seinem Vater, als er in Richtung Haran aufbrach: „Und der allmächtige Gott segne dich und mache dich fruchtbar und mehre dich, dass du werdest eine Menge von Völkern,  und gebe dir den Segen Abrahams, dir und deinen Nachkommen mit dir, dass du besitzest das Land, darin du jetzt ein Fremdling bist, das Gott dem Abraham gegeben hat.“

Durch die List musste er vor seinem Bruder fliehen. 20 Jahre seines Lebens musste er bei seinem Schwiegervater arbeiten und Laban betrog ihn mit seinen Töchtern Lea und Rahel genauso wie Jakob seinen Vater betrogen hatte. Die Folgen dieses Betrugs sind in der Familie Jakobs in den Spannungen zwischen Lea und Rahel sichtbar, wurden auf die Kinder übertragen und gipfelten im Verkauf des Josef nach Ägypten und der Täuschung Jakobs mit Josefs blutverschmierten Gewand.

Jakob versucht den „Diebstahl“ an Esau wieder gut zu machen, indem er ihm von seinem Reichtum abgibt und Esau nötigt die Geschenke anzunehmen. Jakob verneigt sich 7 mal bis zum Boden vor seinem Bruder um seine Reue zu zeigen.

Was können wir heute noch aus der Geschichte von Esau und Jakob lernen?

  1. Wir dürfen mit dem zufrieden sein was Gott uns schenkt. Wir sollen nicht das haben wollen, was dem Anderen gehört. (siehe auch das 10. Gebot)
  2. Wir dürfen wieder neu verstehen, dass Gott trotz unserer Fehler und Schwächen zu seinem Ziel kommt.

Ich wünsche dir den Segen Gottes, den er für dich persönlich vorbereitet hat. Du findest ihn in seinem Wort in dem vor dir liegenden Monat Juni. Ich wünsche dir viel Freude bei der Entdeckungsreise in der Bibel.

Euer
Gerd Klein

 

 

Impuls für den Monat Mai

Liebe Freunde und Besucher der Ev. Gemeinschaft Kredenbach,


so viele Bedürftige wie aktuell hat es in unserem Blickfeld schon lange nicht mehr gegeben. Da kann man in Siegen lange Schlangen vor der Ausgabe der Tafel beobachten. Da ist für immer mehr Menschen am
Ende des Geldes noch zu viel Monat übrig. Wenn man etwas weitersieht, fallen einem sofort Kriegs- und Erdbebenopfer in der Ukraine, in der Türkei und Syrien ein. Ganz zu schweigen von den Regionen außerhalb Europas, in denen die Menschen seit Jahrzehnten vor allem ums Überleben kämpfen.


Bei allem Fortschritt: Der Impuls unseres „Sprüche“-Schreibers im alten Bibelbuch ist topaktuell!

Lasse ich mich dadurch anstoßen?
Ich erinnere mich, wie ich vor einiger Zeit an einem bettelnden Mann vorbei in den Mainzer Dom gegangen bin, um diesen erstmals zu besichtigen. Offensichtlich war der Mann arm, und eher nicht einer organisierten Bettelgruppe zugehörig. Ich gab (mal wieder) nichts, aber es beschäftigte mich noch länger.
Denn: Er war bedürftig, und ich hätte geben können.


Nun tendiere ich dazu, mich innerlich zu rechtfertigen mit z.B. dem Argument, ich spende ja viel strukturiert an Menschen oder Organisationen, bei denen ich recht gut weiß, dass es auch sinnvoll verwendet wird.
Aber ist das nicht zu kopflastig? Geht es nicht gerade um das Kleingeld, die spontane Entscheidung, die manche Menschen brauchen?

Geht es nicht auch um mich? Eine Grundeinstellung des Gebens verändert doch vor allem mich selber! Beim Geben wird mir immer klarer, dass ich eigentlich der Beschenkte bin, das Viele, das ich besitze, nur
auf Vertrauensbasis von meinem Herrn bekommen habe. Es geht ja auch nicht nur ums Geld. Es geht nicht nur um Materielles. Wertvoll für andere können doch auch meine Zeit, meine Talente, ich als Mensch sein!

Wenn du es vermagst: Gott selber hat sich nach diesem Grundsatz verhalten. Er vermochte uns zu
erschaffen, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen, uns mit vielem zu beschenken. Und deshalb tat er es. Er rechnete nicht auf. Seine Barmherzigkeit ist eine grundsätzliche Eigenschaft seines Wesens.  Deshalb kam Jesus in menschlicher Gestalt und schenkte sein Leben für uns.

Dafür gab es keinen Rechtsanspruch von unserer Seite. Es war seine freie Entscheidung. Sie gilt. Und
deshalb ist unsere kleine Barmherzigkeit, die wir praktizieren können, unsere freie Entscheidung. Sie macht uns nicht gerechter, wir dürfen es schon sein. Aber sie hilft uns, im Bedürftigen Jesus selbst zu
erkennen, Gottes Wesen besser zu verstehen. Wir werden weise, unsere eigene Bedürftigkeit zu
akzeptieren. Und wir werden dadurch gesegnet, das hat er uns versprochen.

Martin Luther hat am Ende seines Lebens schriftlich hinterlassen: Wir sind Bettler, das ist wahr.

Wie wahr!

Eine gesegnete großzügige barmherzige Zeit


Euer

Christoph Blanke

Das war unsere Ladies’ Shopping Night

“Einzigartig? Oder doch von der Stange?”

Unter diesem Motto stand unsere erste “Ladies Shopping Night” am 11. März 2023 in der Kredenbacher Turnhalle. Ca. 120 Frauen genossen einen tollen Abend. Nach einem Sektempfang ging es los mit einem Vortrag von Stilberaterin Sabine Böcher, die erklärte, wie “frau” mit Farben, Schnitt und Materialien ihre Schokoladenseite hervorheben kann. Jede Frau hat etwas Wunderschönes, das betont werden kann und darf. Das sagt auch Gott jeder Frau und jedem Mann zu: Du bist wunderbar geschaffen, gewollt und geliebt. So sehr, dass Gott sogar für dich seinen einzigen Sohn Jesus für dich sterben ließ. Das durften die Frauen in der anschließenden Andacht von Judith Klein erfahren.

Dann begann das große Shoppen an den vielen Verkaufstischen. Da war wirklich für jeden Geschmack etwas dabei und die Begeisterung für die neuen alten Klamotten war groß. Das tolle und reichhaltige Bistro machte einen wunderbaren Abend komplett.

Danke an alle Besucherinnen,  Mitarbeiter und vor allem an unseren Herrn Jesus, der diesen Abend so gesegnet hat.

Impuls für den Monat März

Liebe Freunde und Besucher der Ev. Gemeinschaft Kredenbach,

zunächst einmal ist dies eine rhetorische Frage, die Paulus mit seiner Lebenserfahrung da aufwirft!

Denn er weiß um die Nöte in der Welt. Er hat sie ja oft in seinem Missionsdienst am eigenen Leib erfahren müssen. Was böse Menschen ihm antun können.

Bedrängnis, Angst, Verfolgung, Folter, Schmerzen, Hungersnot, Hitze und Kälte, Krankheit und am Ende gar den Märtyrertod für seine Treue zu Christus.

Aber er kennt Jesus, seinen Herrn. Denn er weiß folgendes: Dass alle Dinge zum Guten wirken, wenn er sich unter seine Herrschaft stellt. Und dass selbst der Widersacher Gottes, der Satan ihn nicht verderben kann, obwohl er nichts unversucht lässt, die gesamte Schöpfung kaputt zu machen.

Was dürfen wir daher als gläubige Christen in unserem Leben erwarten und erhoffen?

Alle Dinge dienen zum Guten, aber nicht alle Dinge sind gut.

Der Verlust eines Arbeitsplatzes, eine zerbrochene Beziehung, Krankheit und Tod von geliebten Menschen, finanzielle Sorgen sind für sich genommen nicht gut.

Oft sind sie das direkte Resultat des Bösen in der Welt. Diese Unterscheidung ist wichtig, wenn wir uns schwertun, Gottes Charakter und die Natur von Gut und Böse zu verstehen. Der Glaube wird uns nicht immun für die Probleme dieser Welt machen. Wir müssen jeden Tag dem standhalten, was nicht gut ist.

Dennoch kann Gutes aus Schlechtem entstehen. Gott selbst kann alle Umstände des Lebens zu etwas gestalten, das seinen Absichten für uns dient. Und seine Absichten können nur gut sein, denn er selbst ist völlig gut.

Das ist Gottes ureigener Charakter.

Mit der Hilfe unseres Herrn können wir Überwinder sein!

Es kommt auf unser Vertrauen zu ihm an, sich auch in schwierigen Lebensphasen von ihm getragen zu wissen.

Dieses Vertrauen wünsche ich Euch allen von Herzen!

Es macht reifes Christsein aus.

Euer
Volker Siegel

Impuls für den Monat Februar

Liebe Freunde und Besucher der Ev. Gemeinschaft Kredenbach,

ich muss zugeben, als ich Christophs Mail in meinem Postfach mit dem Betreff „Monatsandacht Anfrage“ entdeckte, war ich zunächst wenig begeistert. Wieder eine Aufgabe, wo der Alltag doch so wuselig ist und tausend andere Dinge auf der Agenda stehen? Doch als ich dann die Mail öffnete und diesen Vers las, konnte ich nicht anders als: zu lächeln.  Dieser Vers ist etwas Besonderes für mich. Nicht nur deshalb, weil es um meine Namensvetterin geht. Es verbindet mich doch mehr mit dieser Sarah aus dem Alten Testament und ihrer Geschichte.

Wie muss sich Sarah nur gefühlt haben damals! Aus unserer heutigen Sicht lebt sie ein privilegiertes Leben. Mit ihrem Mann Abraham ist sie äußerlich reich. Doch ein Wunsch erfüllt sich in ihrem Leben nicht. Sarah war kinderlos geblieben. Und mit über 70 Jahren ist die Hoffnung auf ein Kind mehr als aussichtslos.
Doch dann verheißt Gott dem Abraham einen Nachkommen:

Abraham glaubt dieser Verheißung seines Herrn. Er wird Sarah sicherlich davon erzählt haben. Aber die Wochen und Monate gehen ins Land und es geschieht: Nichts. Sarah packt die Ungeduld. Sie resigniert und erträgt es nicht mehr, passiv auf ein Eingreifen Gottes zu warten. Stattdessen versucht sie, Gottes Verheißung nachzuhelfen, indem sie Abraham aufträgt, mit ihrer Magd Hagar ein Kind zu zeugen. Was Sarah als „einfache Lösung“ ihres Problems gedacht hat, macht sie nur noch unglücklicher. Sie erträgt es nicht, ihre schwangere „Leihmutter“ Hagar zu sehen, und sie verstößt ihre Magd.

Trotz dieses Vertrauensbruches ist Gott gnädig mit Sarah und Abraham. Er bestätigt seine Verheißung, indem er Abraham erneut in Gestalt dreier Männer erscheint. Und diesmal möchte Gott sogar, dass Sarah alles direkt mitbekommt. Sie hört das erneute Versprechen von Gott persönlich und dennoch kann sie nicht glauben.

Wie sollte das auch gehen? Sie ist über 90 Jahre alt, schon lange durch mit den Wechseljahren und weiß ganz genau: Ihre biologische Uhr war abgelaufen. Sie kann nur darüber lachen, dass sie noch einmal Mutter werden soll. Es ist ein verbittertes Lachen nach Jahren der Enttäuschungen und vergeblicher Hoffnung. Sie kann nur noch ihre eigenen Grenzen und Unzulänglichkeiten sehen und nicht die Allmacht Gottes.

So legt Gott selbst nochmal nach und sagt Abraham und der zuhörenden Sarah:

Wie gnädig ist er mit dieser widerspenstigen Sarah! Immer wieder geht er auf sie ganz persönlich zu, und das Wunder geschieht. Gottes Verheißung wird wahr!

Nun lacht Sarah nicht mehr aus Frust, Trauer und Verbitterung. Sie lacht aus Freude und tiefer Dankbarkeit über diesen gnädigen Gott, der alle irdischen und biologischen Grenzen überwindet und ihr einen Sohn schenkt. Ein Gott, der treu zu seinen Verheißungen steht.

Mich hat die Geschichte von Sarah beim Schreiben dieser Zeilen noch einmal tief und mehr bewegt.
Vielleicht könnt auch ihr euch ein Stück in Sarahs Geschichte wiederfinden?
Gibt es in euerem Leben auch tiefe Herzenswünsche, auf deren Erfüllung ihr sehnsüchtig wartet? Vielleicht ist es die Suche nach einem Partner oder einer Partnerin, nach echten tiefen Freundschaften, nach Frieden in einer schwierigen Beziehung mit einem anderen Menschen, nach einem Haus für die Familie oder sogar – wie bei Sarah – der unerfüllte Wunsch nach einem Kind?
Ihr kennt Gottes Verheißungen aus seinem Wort, aber darauf zu vertrauen, fällt zunehmend schwerer. Vielleicht versucht ihr – wie Sarah bei der Entscheidung mit Hagar – selbst aktiv zu werden, wenn Gott schon eure Gebete nicht erhört. Geduldig auf ein Eingreifen Gottes zu warten, das ist auch wahrlich nicht meine Stärke. Und doch dürfen wir alle fest darauf vertrauen, dass wir einen Gott haben, der alles im Griff hat, der unser Herz und unsere Sehnsüchte kennt und uns in unserem Schmerz nicht alleine lässt. Unser Herr macht sein Wort und seine Verheißungen wahr. Er steht über unseren engen Grenzen und den Begrenzungen dieser Welt. Er will unser bitteres Lachen in ein freudiges Lachen und Jubeln verwandeln. Spätestens dann, wenn wir bei ihm in der Ewigkeit sein dürfen und er unsere Tränen abwischen wird.

Ich möchte euch ermutigen, die Verheißungen, die Gott für euch in der Bibel bereithält, neu zu entdecken und für euch anzunehmen. Er steht zu seinem Wort genau wie er bei Sarah zu seinem Wort gestanden hat. Darauf dürfen wir uns verlassen und all unsere Hoffnung setzen.

Eure
Sarah Dickel

Ladies’ Shopping Night – Second-Hand-Basar für Frauen

Samstag, 11. März 2023

19 Uhr
(Einlass 18.30 Uhr)

Turnhalle Kredenbach

Nichts zum Anziehen oder zu viel im Schrank?

Dann sei dabei bei der Ladies’ Shopping Night am Samstag, 11. März 2023 in der Turnhalle in Kredenbach! Shoppen, tauschen und quatschen und das bei einem Gläschen Sekt und Fingerfood.

Einzigartig? Oder doch von der Stange?
Entdecke, was wirklich zu dir passt.

Los geht es um 19 Uhr mit einem spannenden Vortrag von Stilberaterin Marion Ising. Sie zeigt dir, wie du dich von deiner Schokoladenseite zeigen kannst. Anschließend darf an den Verkaufstischen gestöbert werden. Es gibt Frauenkleidung und Accessoires für jeden Geschmack. Dabei steht unsere Stilberaterin mit Live Tipps zur Verfügung.

Einlass: Ab 18.30 Uhr

Verkaufstisch anmelden (Achtung: nur noch Warteliste!

Wenn du endlich Platz für Neues in deinem Kleiderschrank brauchst, melde gerne deinen eigenen Verkaufstisch an. Die Standgebühr pro Tisch (ca. 170×70 cm) beträgt 10 € und kann vor Ort am Basar zu bezahlt werden. Angeboten werden dürfen ausschließlich Kleidung und Accessoires für Frauen (keine Kinderkleidung, Dekoartikel etc.). Die Anmeldung erfolgt über folgenden Link. Anschließend bekommst du eine Bestätigungsmail mit allen wichtigen Informationen.

Impuls für den Monat Januar

Liebe Freunde und Besucher der Ev. Gemeinschaft Kredenbach,

„Das ist ja nur für mich!“
So der Spruch, wenn ich als Heimwerker bei mir zu Hause wieder gearbeitet habe. Nur für mich: Das darf man ruhig sehen. Die Fliesen auf dem Fußboden sind nicht ganz eben, der Stoß zweier Tapetenbahnen ist trotz aller Mühe noch sichtbar, und meine Wohnzimmermöbel gehen langsam aus dem Leim. „Nur für mich!“ Ich kann mit meiner Unvollkommenheit in dem einen oder anderen Bereich ganz gut leben, und ich denke es geht euch ähnlich.

Aber wenn Gott spricht und es geschieht, ist das etwas ganz anderes. Bei Gott ist alles perfekt, nicht zu verbessern, einfach genial: Himmel und Erde, Licht und Finsternis, Sonne und Mond, Tag und Nacht, Pflanzen und Bäume, Tiere im Wasser und zu Land. Als absolutes Meisterwerk zum Abschluss der Schöpfung machte er den Menschen, zu seinem Bild.

Habt ihr euch schon einmal darüber Gedanken gemacht, wie wunderbar der Mensch geschaffen wurde? Gott hat uns fünf geniale Sinne zur Wahrnehmung unserer Umgebung gegeben: Dazu einige interessante Details, die ich aus Wikipedia zitiere:

Das Auge zum Sehen (visuelle Wahrnehmung). Die Netzhaut kann mit über 120 Millionen Sinneszellen (95% davon befinden sich im gelben Fleck, der nur 5 mm2 groß ist) die einfallenden Lichtstrahlen in Nervensignale umwandeln, die dann über den Sehnerv ans Gehirn geleitet werden. Wir nehmen mit dem Auge in jeder Sekunde mehr als 10 Millionen Informationen auf, die in rasanter Geschwindigkeit an das Gehirn weitergeleitet werden. Quasi „nebenbei“ unterscheiden wir zwischen 600.000 verschiedenen Farbtönen.

Das Ohr zum Hören (auditive Wahrnehmung). Das Ohr nimmt Schallwellen auf und wandelt sie in etwa 3000 inneren Haarzellen von mechanischen in elektrische Impulse um, die über die Nerven ins Gehirn gelangen. Erst dort werden sie bewertet und mit anderen Eindrücken und Erfahrungen verknüpft – also als laut oder leise, als Sprache, Musik oder Signal wahrgenommen.

Die Nase zum Riechen (olfaktorische Wahrnehmung). Die Riechschleimhaut eines Menschen befindet sich am Dach der Nasenhöhle und hat eine Fläche von insgesamt 5 cm². In ihr befinden sich etwa 20–30 Millionen Riechzellen, die etwa 400 verschiedene Rezeptoren tragen. Durch Kombinationen der gleichzeitigen Aktivierung verschiedener Rezeptoren kann der Mensch etwa 10.000 verschiedene Gerüche unterscheiden.

Der Mund zum Schmecken (gustatorische Wahrnehmung). Wir können süß, salzig, sauer, bitter und Umani (herzhaft/ würzig) wahrnehmen.

Und die Haut zum Fühlen (haptische und taktile Wahrnehmung). Allein die Zahl der Rezeptoren in den verschiedenen Hautschichten wird auf zwischen 300 und 600 Millionen geschätzt.

Wenn ich mich mit der Anatomie und der Physiologie des Menschen beschäftige – und der kurze Exkurs zu den Sinnesorganen war ja nur ein Kratzen an der Oberfläche – dann kann ich nur staunen. Gott hat alles wunderbar geschaffen. Er leistet sich sogar den Luxus, den Fingerabdruck jedes der 8.000.000.000 Menschen auf dieser Erde so einzigartig zu gestalten, dass es keine zwei gleichen Abdrücke gibt.

Jetzt kommt nur die große Frage: Wie reagiere ich auf diese wunderbare Schöpfung? Sehe ich alles als selbstverständlich an? Der liebe Gott hat mir ja seine Liebe zu schenken, in Form von Reichtum, Gesundheit und Frieden! Werde ich zornig auf Gott und klage ihn an, wenn er mir im Leben nicht alle Wünsche erfüllt?

Welches Bild habe ich von diesem mächtigen Schöpfergott. Ist es bei IHM wie im Selbstbedienungsladen? Oder bei „Wünsch dir was“?

Ich glaube, dass Gott alles zu seinem Ruhm und zu seiner Ehre gemacht hat (siehe auch Epheser 1,11+12). Wir dürfen, ja wir müssen Gott die Ehre geben und uns vor Ihm demütigen!

Ich möchte ganz neu lernen Gott zu danken. Danken für diese wunderbare sehr gute Schöpfung. Ich möchte ihm die Ehre geben und davon weitersagen wie groß und mächtig er ist. Lasst uns jeden Tag in diesem neuen Jahr staunend vor Gott treten und ihn anbeten.

Für das vor uns liegende Jahr 2023 wünsche ich Euch Gnade und Frieden von unserem Herrn Jesus Christus.

Euer Gerd

Impuls für den Monat Dezember

Liebe Freunde und Besucher der Ev. Gemeinschaft Kredenbach,

was für ein tolles Bild, oder? Und das in einer Zeit mit so vielen Kriegen. Uns beschäftigt am meisten der Krieg in der Ukraine, weil er unser alltägliches Leben betrifft und auch am ehesten Deutschland treffen kann. Wie schön wäre es, wenn Regierungschefs wie Putin, Selenskyj, Biden, Xi Jinping und Scholz friedlich zusammensitzen und reden könnten. Wenn keine Hasspakete geschnürt würden – keine Machtkämpfe ausgetragen werden, keine Unschuldigen ausgebombt werden, keine Landteile mit Gewalt entrissen werden – sondern ein friedliches Miteinander möglich wäre.

Warum lässt Gott das zu? Diese Frage kommt immer wieder auf. Es ist der freie Wille, den Gott uns Menschen gegeben hat. Und manche steigern sich so sehr in ihren eigenen Willen – ihr Wollen hinein,  dass ihnen alle anderen egal sind. Oft kommen Personen wie Putin mir vor wie kleine Kinder, die etwas unter allen Umständen haben wollen.  Kindern wird meistens Einhalt geboten – und Erwachsenen? Wer sagt diesen, dass es jetzt reicht? Gott sendet viele Zeichen, aber erkennen wir sie, oder übersehen wir sie großzügig?

In den Versen vor dem angegebenen Text wird Jesu Ankunft beschrieben: Von einem Wurzelspross, der aus einem toten Baumstamm wächst, ist die Rede. Aber müsste jetzt, da Jesus bereits auf die Erde gekommen ist, nicht schon alles gut sein? Überall diese paradiesischen Zustände herrschen?

In diesen Versen wird uns versichert, dass Gott uns nicht vergessen hat, sondern dass es Hoffnung gibt. Eine Hoffnung, die wir gerade jetzt in der Adventszeit immer wieder aufgreifen, da wir ja nicht nur auf das diesjährige Weihnachtsfest warten. Sondern auch und zurecht auf die Wiederkunft Jesu, wenn sich die Worte Jesajas erfüllen werden. Erst dann können wir diese paradiesischen Zustände erwarten. Bis dahin verlassen wir uns auf die Zusage Gottes, dass er uns so sehr liebt, dass er seinen einzigen Sohn gesandt hat, damit alle, die an ihn glauben nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben (Joh. 3,16).

Ich wünsche Euch allen eine hoffnungsvolle und friedliche Adventszeit.

Eure
Nadine Scheffe