Brannte nicht unser Herz in uns, als er mit uns redete auf dem Weg und uns die Schrift öffnete?
– Lukas 24,32
Wofür brennt dein Herz? Wofür kannst du dich begeistern?
Da gibt es viele Möglichkeiten: Auto, Beruf, Haus, Familie, Talente… Wofür kann ein Herz noch brennen?
Der Glaube an Jesus ist eine Herzensangelegenheit. Der Glaube kann in deinem Herzen wie ein Feuer brennen. Doch was passiert, wenn dieses Feuer keinen Nachschub mehr bekommt? Wenn dem Feuer die Luft zum Atmen genommen wird? Dann erlischt das Feuer und das Herz wird kalt. In so einer ähnlichen Situation stelle ich mir die Emmausjünger vor.
Wir schreiben Tag 3 nach der Kreuzigung von Jesus. In Jerusalem gab es auf der einen Seite sehr zufriedene Juden. Endlich war die Angelegenheit mit diesem Störenfried beendet. Er war tot, die Geschichte dieses Jesus beendet. Auf der anderen Seite gab es sehr traurige Juden. Die Jünger und viele andere Menschen hatten so sehr auf diesen Jesus gesetzt. Sie hatten sich so gewünscht, dass ihr Held ein Held für alle Juden werden würde. Jesus hatte viel von einem neuen Reich erzählt. Aber nicht alle hatten ihn auch wirklich verstanden. Sie sahen die weltliche Komponente, die Befreiung von den Römern. Und diejenigen, welche seine geistliche Lehre verstanden hatten – so z.B. seine Jünger – rätselten noch über das was geschehen war. Die Hoffnung vieler Menschen damals war durch die Ereignisse auf Golgatha für jeden sichtbar mit dem Tod final beendet worden. Mit dem Tod endet alles Irdische. Der Ofen war aus, das Feuer erloschen.
In dieser Situation machten sich auch zwei Jünger wieder auf den Weg nach Hause. Wieso auch noch länger in Jerusalem bleiben? Ihr Heimatort war Emmaus. Es ist heute nicht eindeutig feststellbar, wo genau dieser Ort gelegen hat. Es muss jedoch so nah gewesen sein, dass die Strecke an einem Tag zu Fuß zu schaffen war. In Lukas steht eine Distanz von zwei Wegstunden. Diese beiden Jünger sind also unterwegs und reden über die Ereignisse der letzten Tage, als sich ein Mann zu Ihnen gesellt und mit Ihnen geht. Sie kommen ins Gespräch über die schrecklichen Tage und Jesu Tod. Und der unbekannte dritte Mann redet mit Ihnen und erzählt aus der (damaligen) Bibel, angefangen bei Noah. Sie hören zu, und der Mann erzählt und erzählt und erzählt… Sie sind davon so gefesselt und fasziniert, dass Sie ihn schließlich zu sich nach Hause einladen. Und dann passiert es: „Da wurden Ihre Augen geöffnet und sie erkannten ihn“. Jesus gibt sich zu erkennen. Das löst bei Ihnen natürlich viel aus. Auf einmal steht wieder alles Kopf! Die Situation hat sich komplett verändert. Jesus lebt! Und sie erkennen, dass sie irgendwie schon eine Ahnung hatten. In Vers 32 steht:
Brannte nicht unser Herz in uns, als er mit uns redete auf dem Weg und uns die Schrift öffnete?
– Lukas 24,32

Jesus entfacht das Feuer in Ihren Herzen neu. Das ist ein Bild, dass wir heute noch gut verstehen können. Das Wort Gottes ist wie Holzscheit und Sauerstoff für das Feuer im Ofen. Es hält das Feuer des Glaubens am Brennen. Und so öffnet das Lesen der Bibel immer wieder den Menschen das Herz, und sie können Jesus als ihren Retter und Heiland annehmen. Nur wenn wir für die Sache unseres Herrn Jesu brennen, strahlen wir Wärme und Licht ab und können anderen ein Wegweiser sein. Nur dann sind wir sichtbar und werden als Jünger in der Welt von heute wahrgenommen. Wie sonst sollen die Menschen um uns von Jesus erfahren? Wie soll unser Ort von Jesus erfahren? Das ist ein Auftrag! Und noch etwas können wir mitnehmen: Wenn wir Fragen zum Glauben haben, sollten wir die Antworten bei Jesus suchen. Er öffnete den beiden Emmausjüngern das Wort der Schrift, obwohl sie es sicherlich auch schon vorher kannten. Die Beiden hatten sicherlich viele Fragen auf dem Weg zu besprechen, aber wahrscheinlich keine Antworten. Aber Jesus kommt und hilft. Heute ist das nicht anders. Auch wenn Jesus nicht neben uns wandert und als physische Person mit uns redet, ist er dennoch immer bei uns. Wenn wir also Fragen zum Glauben haben ist es gut, wenn wir uns einen Dritten suchen, der uns hilft unsere Fragen zu beantworten. Das kann bei uns in der Gemeinde sein oder im Gebet zu Hause. Dazu kommt mir ein Lied in den Sinn „Jesus is the answer for the world today. Above Him there’s no other, Jesus is the way.“ Also: Jesus ist die Antwort… Jesus ist der Weg.

Lasst uns für Jesus brennen, die Bibel lesen und Jesus die Gelegenheit geben, sie zu öffnen und in unser Leben zu sprechen; und lasst uns für andere ein Wegweiser zu Gott hin sein.
Euer
Johannes Müller