Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, soll aufgehen die Sonne der Gerechtigkeit und Heil unter ihren Flügeln. Und ihr sollt herausgehen und springen wie die Mastkälber.
– Maleachi 3,20
Im letzten Monat habe ich immer wieder den Propheten Maleachi komplett gelesen, dabei ist mir aufgefallen, wie oft „der HERR Zebaoth“ oder „HERR der Heerscharen“ vorkommt. Gott als die Streitmacht!?
Worum geht es Gott hier?
ER kämpft um sein Volk, das seinen Gott nicht mehr will oder ernst nimmt und Ihm nicht mehr die Ehre und Anbetung zugesteht, die ER verdient. Um die Menschen seines Volkes, die betrügen, lügen und einfach tun, was sie wollen und nicht mehr nach Gott fragen.
Und immer wieder wie schon im ganzen Alten Testament sehen wir, wie Gott um sein Volk ringt. ER möchte, dass sie zu Ihm kommen, Buße tun und neu mit Gott anfangen. Aber ich höre auch die große Enttäuschung Gottes, es hört sich fast nach Aufgeben und Verzweifeln an. Ein Ringen Gottes um sein Volk, das Er doch von ganzem Herzen liebhat, und aus dem ja auch der versprochene Messias, der Retter, kommt.
So kündigt Maleachi das Kommen eines Boten am Anfang des 3. Kapitels an. Jesus zu Folge war das Johannes der Täufer:
Siehe, ich sende meinen Boten, der vor mir her den Weg bereiten soll; und plötzlich wird zu seinem Tempel kommen der Herr, den ihr sucht; und der Bote des Bundes, den ihr begehrt, siehe, er kommt!, spricht der HERR der Heerscharen.
– Maleachi 3,1
Johannes ist der, über den es in der Schrift heißt:
Ich sende meinen Boten vor dir her; er wird dir vorangehen und dein Wegbereiter sein.
– Matthäus 11,10
In den folgenden Versen geht es aber dann auch um den großen Tag, das Wiederkommen Jesu, den Tag des Gerichts, aber auch der Hoffnung; das Böse wird besiegt und das Gute siegt. Israel wird wieder zu seinem Herrn finden, nachdem es Reinigung erfährt. Gott verspricht die Rettung und was Gott sagt, hält er gewiss:
Denn ich, der HERR, verändere mich nicht; deshalb seid ihr, die Kinder Jakobs, nicht zugrunde gegangen.
– Maleachi 3,6
Das gilt auch für uns heute, wie tröstlich: Ganz sicher hält er seine Versprechen, ER ist treu!
Und auch damals gab es Ausnahmen, es gab Menschen, die Gottes Namen gefürchtet haben, die also Gott ehren und Ihn ernst nehmen, und denen verspricht Gott:
Sie sollen, spricht der HERR Zebaoth, an dem Tage, den ich machen will, mein Eigentum sein, und ich will mich ihrer erbarmen, wie ein Mann sich seines Sohnes erbarmt, der ihm dient.
– Maleachi 3,17
Und die nächste Verheißung ist dann der Monatsspruch:
Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen, und Heilung wird unter ihren Flügeln sein; und ihr werdet herauskommen und hüpfen wie Kälber aus dem Stall!
– Maleachi 3,20
Wenn ich diesen Vers lese, habe ich sofort Bilder von wunderschönen Sonnenaufgängen vor Augen. Bilder, die unsere Welt wunderbar erstrahlen lassen. Und so wie die Sonnenstrahlen die Erde erhellen, wird am Tag des Herrn die Gerechtigkeit überall erstrahlen. Diesen Begriff „Sonne der Gerechtigkeit“ gibt es nur an dieser Stelle der Bibel. Wie wunderbar wird das sein, wenn Gerechtigkeit herrscht.
Und es wird Heilung unter seinen Flügeln oder Strahlen sein. Heil oder Heilung kann hier sowohl als Gesundheit wie auch als Wiederherstellung erklärt werden. Wie wunderbar ist es aber, dass wir schon heute diese Heilung und Wiederherstellung in Jesus erleben dürfen. ER will uns das heute schon durch Vergebung schenken. In 1. Johannes 1,9 steht:
Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.
– 1. Johannes 1,9
Wie unglaublich, das dürfen wir schon heute erleben, nicht erst in ferner Zukunft an dem großen Tag. Nein, schon jetzt und hier in unserem Alltag.
Die seinen Namen fürchten – die Gott ehren und Ihn ernst nehmen. Es geht hier nicht um panische Angst vor Gott, sondern darum, dass ER in seiner ganzen Größe als Gott, HERR der Heerscharen, als liebender Vater anerkannt werden will. ER will unser Leben schon heute führen und unser Herr sein.
Und dann dürfen wir wie Kälber, die endlich aus dem Stall dürfen, hüpfen und uns freuen. Kennen wir das Bild noch? Wohl meistens nur aus Dokumentarfilmen. Aber diese unbeschwerte Freude, die wir auch bei Kindern sehen, wenn sie das erste Mal wieder im Schnee toben dürfen, und sich freuen, dass das kalte Nass da ist: So wunderbar ist es, wenn wir heil werden durch Gottes Vergebung und von aller Schuld gereinigt sind.
In der Adventszeit, in der wir uns nicht nur auf Weihnachten, sondern auf die Wiederkunft unseres Herrn vorbereiten und besinnen wollen, finde ich das eine wunderbare Zusage! Die Gott lieben werden strahlen wie die Sonne und unbeschwert in den neuen Tag gehen.
Frohe und gesegnete Adventstage!
Eure
Judith Klein