Impuls für den Monat März 2021

Vor ungefähr einem Jahr gab es den ersten Lockdown wegen Corona. Niemand wusste was uns erwartet oder welche Auswirkungen das für uns haben würde, geschweige denn, dass wir ein Jahr später wieder im Lockdown sitzen würden. Was für eine seltsame Zeit. 

Was sollen wir mit diesem Monatsspruch anfangen? Die Steine sollen schreien? Schauen wir mal in den Zusammenhang. Dieser Vers beschreibt eine Begebenheit bevor Jesus in Jerusalem einzieht, eine Woche vor der Kreuzigung:

Als er das Wegstück erreichte, das vom Ölberg zur Stadt hinunterführt, brach die ganze Schar der Jünger in Freudenrufe aus; mit lauter Stimme priesen sie Gott für all die Wunder, die sie miterlebt hatten.  »›Gesegnet sei er, der König, der im Namen des Herrn kommt!‹[Psalm 118,36]« riefen sie. »Frieden bei dem, der im Himmel ist, Ehre dem, der droben in der Höhe wohnt!« Einige Pharisäer aus der Menge erhoben Einspruch. »Meister«, sagten sie zu Jesus, »verbiete es deinen Jüngern, so zu reden!« Doch Jesus gab ihnen zur Antwort: »Ich sage euch: Wenn sie schweigen, werden die Steine schreien!« Als Jesus sich nun der Stadt näherte und sie vor sich liegen sah, weinte er über sie und sagte: »Wenn doch auch du am heutigen Tag erkannt hättest, was dir Frieden bringen würde! Nun aber ist es dir verborgen, du siehst es nicht. Es kommt für dich eine Zeit, da werden deine Feinde rings um dich einen Wall aufwerfen, dich belagern und dich von allen Seiten bedrängen. Sie werden dich zerstören und deine Kinder, die in dir wohnen, zerschmettern und werden in der ganzen Stadt keinen Stein auf dem anderen lassen, weil du die Zeit, in der Gott dir begegnete, nicht erkannt hast.« (Lukas 19,37-44 NGÜ)

Was ein Text! Könnt ihr euch den Jubel der Leute vorstellen? Sie freuten sich riesig und waren völlig aus dem Häuschen. Diese Menschen hatten Wunder erlebt und wussten, dass Jesus ein gerechter Mann war, einer, der ein wahnsinnig guter Herrscher sein würde. Sie wünschten sich, dass Jesus die Römer in der Herrschaft ablösen würde. Obwohl in ihrer Zeit nicht alles einfach war, lenkten sie ihren Blick auf Jesus, das war eine sehr weise Entscheidung. Zwar änderte sich ihre Meinung ziemlich schnell, weil Jesus ihnen ihren Wunsch nicht erfüllte, aber ist das bei uns heute nicht auch so? Wir sind mit der Corona-Situation unzufrieden. Wir stehen damit in der Gefahr, damit auch Jesus und seine Allmacht und sein Handeln infrage zu stellen. Warum lässt er das zu? Warum verändert sich nichts, obwohl wir beten?

Ich glaube, dass wir die Antwort dazu im Vater Unser finden. Dort heißt es:

»Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt, dein Reich komme, dein Wille geschehe auf der Erde, wie er im Himmel geschieht. Gib uns heute unser tägliches Brot. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir denen vergeben haben, die an uns schuldig wurden. Und lass uns nicht in Versuchung geraten, sondern errette uns vor dem Bösen. Wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, wird euer Vater im Himmel euch auch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, wird euer Vater ´im Himmel` euch eure Verfehlungen auch nicht vergeben.« (Matthäus 6,9-15 NGÜ)

Wir beten für Gottes Namen und seine Heiligkeit, dass SEIN Wille geschehe und dass ER uns unsere Sünden vergibt. Wenn wir für Gottes Namen beten, dann sollen wir ihn loben und preisen, ganz so, wie es die Menschenmenge in Jerusalem getan hat. Denn wenn Gottes Name nicht geehrt wird, werden die „Steine schreien“. Damit geht einher, dass wir Gottes Allmacht anerkennen und IHM unser Vertrauen schenken, egal, in welcher Situation wir uns aktuell befinden.
Wir befinden uns gerade in einer sehr unsicheren Zeit, keiner kann langfristige Aussagen treffen. Im Gegensatz dazu ist Gott souverän und weiß genau, was für uns das Beste ist. Gott weiß ganz genau was wir brauchen und hat uns versprochen, uns mit allem zu versorgen, was wir brauchen (vgl. Matthäus 6,26: Wir sind Gott viel mehr wert als die Vögel).

Wir bitten, dass Gottes Reich kommt. Wir wissen nicht, wie das aussieht, wir wissen aber, dass Gottes Herrschaft gerecht ist. Selbst wenn sich unser Vorstellung nicht mit den Plänen Gottes deckt, können wir doch voller Überzeugung auf Gott vertrauen. Gott ist treu, er hat versprochen, dass uns alles zum Besten dienen wird (vgl. Römer 8,28). 

Jetzt kommen wir zum Knackpunkt, denn wir beten, dass Gottes Wille geschieht.
Es geht hier nicht um das, was ich gerne möchte oder mir erträume. Einzig Gottes Wille zählt!
Oft ertappe ich mich selbst dabei, wie ich Gott hinterfrage und so gerne verstehen möchte, warum das Leben gerade so verläuft. Allerdings haben alle diese Situationen einen gemeinsamen Nenner. Ich darf mich entscheiden, Gott auch in Unsicherheit und Zweifel zu vertrauen! Dieses Vertrauen hat er noch nicht enttäuscht und das finde ich absolut faszinierend und beruhigend.

Vor einigen Monaten habe ich mit Gott gerungen, weil ich den Eindruck hatte, ich soll um Wachstum im Glauben beten. Da ich aber aus Erfahrung weiß, dass Wachstum immer von genau dieser Entscheidung abhängt, in Unsicherheit trotzdem zu Vertrauen, habe ich mich zuerst gesträubt. Es hat ein bisschen gedauert, aber irgendwann habe ich nachgegeben. Das war kurz vor dem Arztbesuch, in dem wir von Noahs Hüftdysplasie erfuhren.
Im Nachhinein habe ich wieder einmal feststellen dürfen, dass Abhängigkeit von Gott eigentlich Freiheit von der Welt bedeutet. Diese Freiheit macht es mir möglich mit den Jüngern zu jubeln und Gott zu loben, weil ich weiß, dass ich nicht alleine bin. In diesem Sinne danke ich euch noch einmal herzlich für alle eure Gebete für uns und Noah, es war keine einfache, dafür aber eine sehr segensreiche Zeit!

Lasst uns in dieser Freiheit gemeinsam stehen und Gott trotz all unserer Unsicherheiten in der heutigen Zeit loben und preisen! ER ist der HERR über alle Welt!

Bald ist wieder Ostern…

Katharina Siebel

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