Impuls für den Monat September

Ihr sät viel und bringt wenig ein; ihr esst und werdet doch nicht satt; ihr trinkt und bleibt doch durstig; ihr kleidet euch, und keinem wird warm; und wer Geld verdient, der legt‘s in einen löchrigen Beutel.

Haggai 1,6

Wovon handelt noch mal das Buch Haggai? In welcher Zeit wurde es geschrieben und welche inhaltlichen Schwerpunkte werden gesetzt?
Ich muss gestehen: All das musste ich mir zunächst noch einmal anlesen, um diesen Vers recht zu verstehen.

Wann wurde das Buch geschrieben?
Anhand der Angaben zum herrschenden König kann das Abfassungsdatum sehr genau auf das Jahr 520 v. Chr. datiert werden.

In welche Zeit hinein wurde es geschrieben?
Seit ca. 18 Jahren befanden sich etwa 50.000 Juden wieder in Jerusalem, sie waren zurückgekehrt aus dem Exil. Der Perserkönig Kyrus hatte ihnen erlaubt, den durch Nebukadnezar zerstörten Tempel wieder aufzubauen. Aufseher und Organisatoren des Tempelaufbaus waren Serubbabel und der Hohepriester Jeschua.

Gemeinsam mit Sacharja trat Haggai in dieser Zeit auf, um von Gott gesandte Botschaften an das Volk zu übermitteln. Denn: Die Euphorie und der Tatendrang der ersten Jahre nach der Rückkehr aus dem Exil waren längst gewichen. Der Wiederaufbau des Tempels Gottes stockte, denn die benachbarten Völker sabotierten die Bauarbeiten bei jeder Gelegenheit. Offenbar war das Volk davon so beeindruckt, eingeschüchtert und/oder demoralisiert, dass sie den Aufbau des Tempels in ihrer Priorität zurückstellten (Haggai 1,2): „Es ist noch nicht die Zeit, zu kommen, die Zeit, um das Haus des Herrn zu bauen!“ Statt das Haus des HERRN zu errichten, steckten sie viel Zeit, Geld und Arbeit in die Renovierung der eigenen vier Wände. Dies wirft Gott dem Volk auch ziemlich direkt vor in Vers 4:„Ist es aber für euch an der Zeit, in euren getäfelten Häusern zu wohnen, während dieses Haus in Trümmern liegt?“

Gott kritisiert, dass sie sich lieber um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern, als zu allererst dem Gott einen Tempel zu errichten, der sie aus dem Exil zurück in die Heimat geführt hat.

„Achtet doch auf eure Wege!“ Damit setzt Haggai Gottes Ansprache fort (V. 5). Mit anderen Worten: „Ihr seht doch, was euch euer fehlender Dienst für Gott, den HERRN, eingebrockt hat!“ Nämlich – und hier kommt schließlich der Monatsvers zur Geltung –:

Ihr sät viel und bringt wenig ein; ihr esst und werdet doch nicht satt; ihr trinkt und bleibt doch durstig;
ihr kleidet euch, und keinem wird warm; und wer Geld verdient, der legt‘s in einen löchrigen Beutel.

Haggai 1, 6

Aus dem Zusammenhang gerissen, ohne den Hintergrund der vorherigen Verse, könnte man vermuten, Gott kritisiert den Menschen dafür, wenn er spart und Vorsorge betreibt (> „Geld im löchrigen Beutel“). Das stimmt aber nur zu einem gewissen Teil. Denn Gott stellt es in der Bibel nicht als grundsätzlich schlecht dar, wenn der Mensch sorgsam mit dem Geld und Gut umgeht, das ihm von Gott gegeben wurde. Wie in vielen anderen alltäglichen Situationen kommt es auch bei diesem Thema auf die Motivation an. Ist meine Motivation bei dem Sparen und der Altersvorsorge die Vision eines unbeschwerten Lebens im Ruhestand, sodass ich meine Seele baumeln lassen kann und sorgenfrei auf meine Erfolge zurückblieben kann? Diese Einstellung kritisiert Gott sehr wohl und sie kommt dem „reichen Jüngling“ (Mk. 10,17-23), „Ananias und Saphira“ (Apg. 5) oder dem „reichen Kornbauern“ (Lk. 12,13,21) teuer zu stehen. Gott kritisiert somit nicht den Reichtum per se, sondern die dahinterstehende Herzenshaltung.

So auch in Haggai 1,6. Es zeigt sich, dass Gott keinen Segen zur Lebensweise der Menschen schenkte. So sehr sie sich auch bemühten, der Ertrags ihres Handelns blieb aus.

Gott hat die Menschen in Jerusalem durch Haggai aufrütteln wollen. In Vers 7 steht erneut: „Achtet auf eure Wege!“ Sie sollten umkehren, zunächst Gottes Plan umsetzen und erst dann das eigene Heim herrichten. Genau das taten sie dann auch: Nach vier weiteren Jahren war der neue Tempel fertiggestellt!

Auch uns möchte Gott mit diesem Text wachrütteln.
„Achte auf Deinen Weg!“

Wie oft bringen wir billige Ausreden vor und arbeiten zuerst an unserem vergänglichen statt an Gottes ewigem Reich? Jesus Christus fordert, dass wir unsere Zeit, unsere Kraft und unser Geld mit der rechten Herzenseinstellung nutzen und für ihn einsetzen. Ihn verherrlichen (V. 9), der sein ganzes Leben für uns eingesetzt hat. Ihm allein gehört die Ehre.

In welchen Bereichen kannst Du Dich noch mehr für diesen Gott investieren?

Euer
Christof Dickel

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